Selig werden!

02.07.2023

Am Sonntag, 02. Juli 2023, hielt Bezirksapostel Jürg Zbinden in der Gemeinde Rafzerfeld den Entschlafenen-Gottesdienst. 4 Kinder empfingen die Gabe des Heiligen Geistes, und für die Entschlafenen wurden die Sakramente gespendet. Der Bezirksapostel diente mit dem Wort aus Römer 10, Vers 13: «Denn wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden.»

Zu Beginn seiner Predigt wies der Bezirksapostel darauf hin, dass alle willkommen sind. Es gibt keine Zulassungsbeschränkungen und Grenzen, die Seelen aus der sichtbaren und unsichtbaren Welt sind eingeladen. Mit dem Eingangslied «O komm mit mir» sind gerade diejenigen angesprochen, die bis jetzt gezögert haben.

Gottes Liebe ist überall und bewirkt Mitgefühl, um für die Seelen in der jenseitigen Welt einstehen zu können. Gott liebt nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter, welche Werkzeuge des Bösen wurden und dadurch Opfer des Bösen sind.

Der barmherzige Samariter änderte seine Pläne, um dem zu helfen, der unter die Räuber fiel. Welch edle Gesinnung? Wenn wir auch solche Impulse bekommen, wollen wir sie nicht «töten», sondern nach dieser edlen Gesinnung handeln.

Fürbitten sind hilfreich, reichen jedoch nicht aus, um das Heil zu empfangen. Oft ist Unglaube vorhanden. Wie soll der Name des Herrn angerufen werden, wenn nicht an Gott geglaubt wird. Damit das Verlangen entsteht, den Namen des Herrn anzurufen, muss die Glaubenstreppe Stufe um Stufe bewältigt werden. 

Eine erste Stufe ist die Wahrnehmung, dass Gott existiert und fürsorglich handelt. Gar nicht so einfach, wenn Seelen zu Lebzeiten Gott angerufen haben und die gewünschte Hilfe nicht nach ihren Vorstellungen eintraf. Gott kann man nicht sehen, doch er ist immer da.

Eine zweite Stufe ist die Erkenntnis über Gottes Vollkommenheit und Liebe. In schwierigen Momenten kommt schnell der Gedanke auf: «Warum bin ich in diese Situation gekommen?». Glaube, Gott macht keine Fehler, auch wenn es nach unserem Verstand oftmals nach grosser Ungerechtigkeit aussieht.

Eine weitere Stufe ist, das zu tun, was Gott uns sagt. Er ist die Wahrheit. Geduld aufzubringen, bis sich das Wort erfüllt, stellt oftmals eine Herausforderung dar. Gott macht das Richtige zur richtigen Zeit.

Um Gnade zu empfangen, müssen wir unsere Fehler erkennen und Busse tun. Wir wollen Vorurteile meiden und Liebe walten lassen.

Vertrauen wir Gottes Führung, zählen wir auf seine Liebe, die er allen Seelen in der sichtbaren wie unsichtbaren Welt entgegenbringt, dann wird sich erfüllen: «Wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden».

Bischof Keller nahm in seinem Predigtbeitrag Bezug auf das Lied des Kinderchores «i dä Chilä» aus Himmelwiit. «Himmelweit» zeigt uns die Grösse und Allmacht Gottes, die so umfassend ist, dass es unser Vorstellungsvermögen übersteigt. Zwischen menschlicher und göttlicher Gerechtigkeit ist ein «himmelweiter Unterschied». Gott ist in seiner Liebe einem jeden Einzelnen nah, er kennt jede Seele - im Diesseits wie im Jenseits - und weiss ihren Namen. Er ist ein persönlicher Gott! 

Vor der Feier des Heiligen Abendmahles gab der Bezirksapostel den Eltern der 4 Kinder einige Gedanken zur Heiligen Versiegelung mit auf den Weg. 

- Um Wachstum zu fördern, braucht es irdische Nahrung und die nötige Pflege.

- In seelischen Belangen gilt dies genauso.

- Der Heilige Geist wird die nötige Unterstützung geben, damit die Eltern entsprechend handeln können.

Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahles mit der Gemeinde, spendete der Bezirksapostel die 3 Sakramente für die Entschlafenen. Als Repräsentanten für das Abendmahl mit den Verstorbenen dienten der Bezirksvorsteher und der Gemeindevorsteher.

Der Kindechor erfreute zum Abschluss des Festgottesdienstes die Zuhörer mit einem Danklied.