Als Grundlage diente ein Wort aus 1. Könige 10, aus 7 «Und ich hab’s nicht glauben wollen, bis ich gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und siehe, nicht die Hälfte hat man mir gesagt.».
«In dieser Zeit brauchst du den Heiland, den Ankergrund in dieser Welt …», bezugnehmend auf das vorgetragene Chorlied hob der Apostel zu Beginn hervor, wie wertvoll und schön es für uns ist, im Glauben und im Alltag einen festen Ankergrund zu haben. Jemanden auf den wir uns verlassen können, jemanden den wir als Fels bezeichnen können, weil dessen Aussagen und Versprechen jeder Situation standhalten. Jesus Christus bietet diese Verlässlichkeit und die Hoffnung im Evangelium ist der sichere und feste Anker unserer Seele (Hebräer 6, 19)
In bildhafter Sprache hat uns der Apostel aus dem Leben des Königs Salomo berichtet. Dieser liess den überaus prunkvollen Tempel in Jerusalem bauen. Nach der Fertigstellung war es ihm ausserordentlich wichtig, die Welt wissen zu lassen, welch wunderschönes Werk zur Ehre Gottes entstanden war. Er liess Schiffe bauen und auslaufen, um die Botschaft durch seine Leute in andere Länder zu tragen.
Auch der Königin von Saba kam die Kunde von Salomos prächtigem Tempel zu Ohren. Sie liess es nicht dabei beruhen, nur davon zu hören. Mit sehr grossem Gefolge machte sie sich auf und kam nach Jerusalem. Sie wollte sich von Salomo, von seiner Weisheit und vom besagten Tempel ihr eigenes Bild machen. Und was hat sie vorgefunden? Es heisst, dass ihr der Atem darüber stockte, was sie sah und erlebte. Ihre Aussage «Und siehe, nicht die Hälfte hat man mir gesagt!», zeigt ihre Überraschung und Bewunderung.
Was lernen wir von der Königin von Saba?
- Hörensagen ist gut, selbst erleben ist besser. Begeben wir uns auf die Reise. Auf die Reise zum Gottesdienst, zu Glaubensgeschwistern, zu Orten von denen man Gutes berichtet und letztlich zur verheissenen Herrlichkeit in Ewigkeit. Machen wir uns immer wieder auf, mit dem dreieinigen Gott in Verbindung zu kommen. Machen wir unser eigenes Bild, wir werden ins Staunen kommen.
- Kommen, auch wenn uns Gehörtes nicht sehr glaubwürdig erscheint. Die Königin von Saba: «Ich hab’s nicht glauben wollen, bis ich gekommen bin». Erst wenn wir gewisse Dinge im Vollendungswerk Gottes selbst erlebt haben, können wir unsere Begeisterung teilen und überzeugend davon berichten. Auch Jesus hat zu seinen Jüngern gesagt: «Kommt und seht.»
- Kommen und fragen. Die Königin hat viele Fragen gestellt und Salomo gab ihr Antwort auf alles. Vieles ist uns heute noch unklar. Wenn wir interessiert bleiben und Fragen stellen, kommen wir der Sache näher, vertiefen unseren Glauben und machen Glaubenserlebnisse.
- Nicht die Hälfte hat man mir gesagt. Richten wir unseren Blick auf das Positive, und wir werden viel Gutes finden. Wir können Wunder erleben, Vorhandenes sehen statt Mangel. Unsere Glaubensreise bietet viel Schönes. Wichtig ist, dass wir es sehen. Genauso ist es in der natürlichen und geistlichen Schöpfung, auch darin können wir viele schöne Wunder Gottes erkennen, wenn wir den Blick dafür öffnen.
In seinem Mitdienen liess uns Priester Stephan Sigrist wissen, dass er sich jeweils mit einem Reiseführer auf seine Reisen vorbereitet. Auf unserer Reise in die himmlische Heimat dient uns das Wort Gottes, aber auch die Bibel als Reiseführer. Ihr entnehmen wir hilfreiche Informationen, die uns dabei unterstützen, auf unserer Glaubensreise zielgerichtet unterwegs zu sein.
Den beiden neu ordinierten Diakoninnen riet der Apostel, ihre Aufgabe (ihre Reise im Amtsauftrag) freudig und mutig anzugehen und dabei keine Angst zu haben. Es tut gut – und das gilt für alle Amtsträgerinnen und Amtsträger – zu wissen, im Auftrag des Apostels und im Namen Jesu unterwegs zu sein. Wer sich dessen in vollem Umfang bewusst ist, kann seine Aufgabe zwar mit viel Ehrfurcht und Respekt, aber ohne Angst erfüllen.
Die beschwingte Art des Apostels und die anschaulichen Beiträge brachten eine fröhliche Stimmung in die ganze Festgemeinde und ermunterte viele, ihre Glaubensreise guten Mutes und hoffnungsvoll fortzusetzen.