Dem Festgottesdienst legte der Apostel das Wort aus 1. Korinther 1, 9 zugrunde: «Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.»
Gleich zu Beginn des Gottesdienstes ging der Apostel auf den im gleichen Gottesdienst erfolgten Vorsteherwechsel ein, der aus Fürsorge für den bisherigen Vorsteher notwendig wurde. Dieser diente einige Zeit mit viel Liebe und Herzblut als Vorsteher für zwei Gemeinden, wodurch sich eine anhaltende Überbelastung ankündigte. Auch wenn die Gemeinde ihren bisherigen Vorsteher nicht gerne ziehen liess, war es doch ein besonderes Geschenk, zum 100-jährigen Jubiläum wieder einen eigenen Gemeindevorsteher zu erhalten. Der Apostel betonte, dass Gott die Geschichte der Gemeinde Kleindöttingen noch nicht zu Ende geschrieben hat.
Weiter ging der Apostel auf die Chronik der Gemeinde Kleindöttingen ein, welche bereits im Jahr 1982 bei der Einweihung des heutigen Kirchengebäudes durch den damaligen Bezirksapostel Fehr vorgelesen wurde. Der Apostel erinnerte in Respekt und Dankbarkeit an die vielen Brüder und Schwestern, die über all die Jahre in dieser Gemeinde gewirkt haben und es heute noch tun. Stellvertretend erwähnte er namentlich alle 15 bisherigen Gemeindevorsteher der Gemeinde Kleindöttingen, früher Klingnau genannt.
Der Apostel betonte in seinem Dienen, dass in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft die Verkündigung des Evangeliums im Mittelpunkt gestanden hat und stehen wird. Die Wirksamkeit des göttlichen Wirkens ist dabei nicht von der Zahl der Gottesdienstbesucher abhängig, sondern von der Kraft des Heiligen Geistes. Gottes Liebe stellt immer ein Vollmass dar, unabhängig der Anzahl Zuhörenden. Die Stärke der Gemeinde misst sich auch nicht an der Grösse, der Struktur oder der Anzahl Anlässe, sondern am erlebbaren Geisteswirken und einem von Nächstenliebe geprägten Miteinander in der Vorbereitung und Vorfreude auf die Wiederkunft Jesu Christi. Dies lebt die Gemeinde in schöner Weise vor. An der Geschichte der Gemeinde Kleindöttingen soll auch in Zukunft weitergeschrieben werden und dabei die Treue Gottes erlebbar sein. In seinem Dienen erwähnte der Apostel auch den Anfang des Philipperbriefes: «Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke … für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute, und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch das Werk angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Jesu Christi.».
Der Bischof machte auf zwei Seiten des Korintherbriefes aufmerksam. Zuerst schreibt Apostel Paulus von vielen erfreulichen Dingen, welche in der Gemeinde Korinth gut gemacht wurden. Paulus weist aber auch auf Herausforderungen und die Gefahr von Spaltungen hin. Für uns heute kann dies bedeuten, dass wir nicht so sehr auf den Amtsträger oder die Amtsträgerin und deren Eigenheiten blicken sollten, sondern auf das von ihnen aus dem heiligen Geist verkündigte Wort. Auch wir dürfen uns fragen, ob es Dinge gibt, die wir noch besser machen können, um dem Wesen Jesu Christi ähnlicher zu werden.
Der bisherige Vorsteher Evangelist David Blatter erwähnte in seinem Predigtbeitrag unter anderem Psalm 118, 24: «Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.». Dieses von ihm vor dem Festtag aufgeschlagene Wort, das auch das Konfirmationswort seiner Frau sei, stellt eine besondere Stärkung dar.
Nach der Feier des heiligen Abendmahls entband der Apostel den bisherigen Gemeindevorsteher, Evangelist David Blatter, von dieser Aufgabe. In Zukunft wird der Evangelist wieder ausschliesslich der Gemeinde Niederhasli als Vorsteher dienen. Danach wurde Priester Albert Blättler als neuer Gemeindevorsteher von Kleindöttingen beauftragt. Der Apostel zeigte sich zuversichtlich und dankte, dass die Gemeinde auch den neuen Vorsteher und seine Familie herzlich aufnehmen und unterstützen werden.
Nach dem Gottesdienst erlebte die ganze Festgemeinde eine stärkende Gemeinschaft bei einem Aperitif und nachfolgendem Mittagessen im benachbarten Gebäude des AWZ, einer wertvollen Institution für Menschen mit Behinderungen. Zum Kaffee standen eine Vielzahl selbst gemachter Kuchen zur Auswahl. Die Gemeinde liess den Festtag bei schönen Gesprächen in gelebter Gemeinschaft ausklingen.